DRK-Kleidercontainer Foto: A. Zelck / DRKS
KleidercontainerKleider-Behälter

Sie befinden sich hier:

  1. Angebote
  2. Existenzsichernde Hilfen
  3. Kleider-Behälter

Kleider-Behälter

Torgauer Zeitung vom 18.06.2020

Torgau/Oschatz. Sie verschwinden. Einer nach dem anderen. Das Deutsche Rot Kreuz Torgau-Oschatz baut seit Anfang der Woche sämtliche von ihm betreute Altkleider-Container im Territorium des Kreisverbands ab.

Die roten Container sind an rund 40 Standorten im Bereich des Altkreises platziert. Menschen haben die Möglichkeit, dort Kleidung einzuwerfen, die noch in Ordnung ist, von ihnen aber nicht mehr getragen wird. Ein Teil der Kleidung landet in der DRK-Kleiderkammer, die übrigen Sachen werden durch ein Verwertungsunternehmen genutzt, das intakte Sachen weiterverkauft und den Rest recycelt.

Das Geschäft mit den abgelegten Kleidungsstücken gehe bereits seit drei Jahren spürbar zurück, berichtet Anne Lissner, Geschäftsführerin des DRK Torgau-Oschatz. Der Verband arbeitet mit SOEX zusammen, einem der großen Verwertungsunternehmen für Alttextilien. Dessen Geschäft ist in der letzten Zeit immer weiter unter Druck geraten – die Corona-Krise hat die Entwicklung nun auf die Spitze getrieben. Es verlassen nicht mehr genügend Textilien die Lager. Das Ergebnis teilte das Unternehmen jetzt dem DRK mit: Die Lager- und damit die Sortierkapazitäten des Sortierwerks in Wolfen seien erschöpft, eine Erweiterung ausgeschlossen. Lieferungen könnten nicht mehr angenommen werden. Es sei nicht absehbar, wann sich die Lage verbessert.

„Dieses Problem haben auch andere Verwerter“, weiß die DRK-Geschäftsführerin. Deshalb seien vielerorts bereits mit dem Shutdown im März Altkleider-Container versiegelt worden, weil keine Abholung mehr möglich war. In den vergangenen Wochen haben die Bundesfreiwilligendienst-Leistenden des DRK beachtliche Mengen Altkleider aus den Containern geholt. „Unsere eigenen Lagerkapazitäten sind längst erschöpft“, so Anne Lissner. Sie sei dankbar, dass der Kraftverkehr Torgau schnell und unkompliziert Lagerkapazitäten zur Verfügung gestellt habe. „Nun müssen auch wir einen vorläufigen Schlussstrich ziehen und die Sammlung einstellen“, sagt sie. Klar habe man auch die Möglichkeit gehabt, die Container für ungewisse Zeit zu verschließen. „Wir wollten aber nicht, dass rund um die Container Ablageplätze entstehen und wir für Unordnung in der Stadt verantwortlich sind“, führt Anne Lissner aus. Deshalb verschwinden die Container ganz.

Die finanziellen Konsequenzen sind für das DRK Torgau-Oschatz laut Anne Lissner überschaubar. Durch den Rückgang in den vergangenen drei Jahren seien auch die Einnahmen stark gesunken, die das DRK für die Bewirtschaftung der Container erzielen konnte. „Zuletzt hat es gerade so gereicht, um die Kleiderkammern zu finanzieren.“ Um deren Fortbestand wolle man jedoch kämpfen, kündigt die Geschäftsführerin an. Die Standorte Torgau und Oschatz werden rege genutzt. Pro Monat registriert das DRK im Schnitt 450 Besuche. Auch die Corona bedingte Reduzierung der Öffnungszeiten tat dem keinen Abbruch.
Speziell für die Kleiderkammern wird das DRK deshalb an den Geschäftsstellen in Torgau und Oschatz jeweils ein bis zwei Container aufstellen, wo Menschen Kleidung für diesen Zweck einwerfen können. „Das ist ein Versuch. Wenn es auf diese Weise nicht klappt, werden wir dazu übergehen, die Kleidung für die Kammer nur noch persönlich anzunehmen.“
Eine weitere Überlegung des DRK dreht sich gerade um die Verwertung der enorm angewachsenen Lagerbestände. „Gut vorstellbar, dass wir eine Flohmarkt organisieren, dessen Erlös wiederum in die Finanzierung der Kleiderkammern fließt“, gewährt Anne Lissner einen Einblick.

Ansprechpartner

Frau
Kornelia Tkotz

Tel: 03421 73 21-17
k.tkotz@drk-to.de

Prager Straße 6
04860 Torgau

Was passiert mit der Kleidung?

Das Deutsche Rote Kreuz sammelt Kleidung für Menschen in Not.
Wir bekommen diese Kleidung von anderen Menschen.
Dafür haben wir große Behälter.
Diese Behälter heißen auch:
Kleider-Container.

Alte Kleidung muss nicht in den Müll.
Andere Menschen können sie gebrauchen.
Alte Kleidung kann helfen.

Das Deutsche Rote Kreuz bekommt viel Kleidung von anderen Menschen.
Einen Teil davon bekommen unsere Kleider-Kammern.
Hier können Sie gute und benutzte Kleidung kaufen.
Für wenig Geld.

Und einen Teil der Kleidung bekommen unsere Lager für Katastrophen-Schutz.
Auch hier kann diese Kleidung Menschen helfen.

Manchmal ist Kleidung aber auch kaputt.
Dann kommen sie nicht in einen Laden oder in die Kleider-Kammer.
Aus dieser Kleidung werden andere Sachen gemacht.
Zum Beispiel Putz-Lappen.

Bitte werfen Sie keine Kleidung in den Müll.
Das Deutsche Rote Kreuz kann damit sehr vielen Menschen helfen.
Und weniger Müll ist auch gut für die Umwelt.

Was geschieht mit der gespendeten Kleidung?

Den größeren Teil, meist beschädigte Textilien und nicht mehr tragbare Textilien, gibt das Rote Kreuz an eine Verwertungsgesellschaft, die die wertvollen Rohstoffe weiterverarbeitet. So entstehen zum Beispiel Fußmatten, Autositzbezüge oder Putzlappen.

Fünf Prozent der gesammelten Kleidung werden in zentralen Katastrophenschutzlagern nach Klimazonen getrennt bereit gehalten.

Leider landen viele Tonnen gebrauchte Kleidung im Hausmüll, vergrößern den Müllberg und stellen eine Belastung für die Umwelt dar. Denn vielen Bundesbürgern ist nicht bekannt, dass Textilien mit synthetischen Stoffen wie Polyester oder Polyamid laut deutschem Abfallgesetz als Sondermüll einzuordnen sind.

Mit dem Erlös kann das DRK die Jugendarbeit, den Suchdienst, die Kleiderkammern selbst oder unsere ehrenamtlichen Bereitschaften unterstützen, wie zur Anschaffung von Ausrüstung, die im Katastrophenschutz benötigt wird.


Gerne nehmen wir Ihre private Kleiderspende entgegen.


Geben Sie die Altkleidung einfach in den nächsten Rotkreuz – Altkleidercontainer.


Matratzen und Möbel können wir leider nicht annehmen. Bei Reklamationen oder versehentlichem Einwurf von Kleidung können sie uns während der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 03421 73 21-17 erreichen.

Wie geht es weiter?

Nehmen Sie bitte mit Ihrem Ansprechpartner vor Ort, siehe oben rechts, Kontakt auf.